Alternativen zur Lobau-Autobahn

Öffis, Radfahren, Stadt der kurzen Wege - es gibt zahlreiche Alternativen zur Lobau-Autobahn! Diese würden nicht nur den Autoverkehr eindämmen und damit die CO2-Emissionen verringern, sondern allgemein zu einer besseren Lebensqualität führen!

Die Politik macht es sich einfach und behauptet gerne, die Lobau-Autobahn wäre schlichtweg alternativlos. Das ist allerdings eine billige Lüge! Es mangelt nicht an Alternativen, sondern am politischen Willen, diese umzusetzen!

Was könnte die Politik also stattdessen machen?

Öffi-Ausbau

Das öffentliche Verkehrsnetz in der Donaustadt benötigt schon lange eine Verbesserung. Und das wäre sogar um einiges naheliegender und günstiger als eine neue Autobahn, denn in vielen Fällen müsste nur die bereits vorhandene Infrastruktur ausgebaut und über die Stadtgrenzen hinweg gedacht werden.

  • Intervallverdichtung der Marchegger Ostbahn/S80: Die S80 verbindet die Seestadt Aspern und Hirschstetten mit der Wiener Innenstandt und anderen Wiener Außenbezirken. Innerhalb von 10 Minuten kommt man mit ihr von Aspern Nord zum Praterkai, innerhalb von 25 min zum Hauptbahnhof. Im Moment fährt die S80 aber nur alle 30-60 Minuten. Laut VCÖ (Österreichischer Verkehrsclub) könnte eine einzige Schnellbahnfahrt 900 Autofahrten ersetzen!

  • Verlängerung der S45 (Vorortelinie) bis zum Praterkai: Die Gleise dafür liegen sogar schon da! Im Moment verbindet sie aber nur Hütteldorf, Ottakring, Heiligenstadt und Handelskai.

  • Reaktivierung der Laaer Ostbahn zwischen Erzherzog-Karl-Straße und Süßenbrunn: Diese Strecke verläuft ungefähr parallel zur Südosttangente und der daran anschließenden "Wiener Nordrandschnellstraße" (S2), allerdings ohne Personennahverkehr.

  • Ausbau des Straßenbahnnetzes in der Donaustadt: Mit einer Verlängerung der bestehenden Straßenbahnlinien (25,26) und der Schaffung neuer könnten zusätzliche hochwertige Öffi-Verbindungen geschaffen werden - und das relativ kostengünstig! Zum Beispiel wäre eine Anbindung von Essling und dem angrenzenden Großenzersdorf an das Schienennetz längst überfällig.

  • Aufwertung des Busnetzes: Im 22. Bezirk gibt es viele kleine Buslinien, die vor allem eine Zubringerfunktion für die U-Bahn erfüllen. Diese fahren aber oft nur viertel- oder halbstündlich und stellen somit für viele keine attraktive Alternative zum Auto dar.

Die Pläne für einen massiven Straßenbahn- und S-Bahn-Ausbau in Wien und Niederösterreich liegen schon seit Jahrzehnten am Tisch. Aber die Politik stellt sich quer und pocht lieber auf neue Autobahnen!

Sicher Radeln

Radfahren ist neben dem Zufußgehen die mit Abstand klimafreundlichste Mobilitätsform und wird in Wien immer beliebter! Aber oft stehen dafür nur (oder nicht einmal) schmale Fahrstreifen auf stark befahrenen und gefährlichen Straßen zur Verfügung!

Speziell die Donaustadt hätte hier durch ihre flache Topografie viel Potential, allerdings ist das Radwegenetz sehr lückenhaft beziehungsweise muss man als Radfahrer*in oft Umwege zurücklegen, um von A nach B zu kommen.

Die Initiative Platz für Wien hat errechnet, dass allein mit den 460 Millionen Euro, die die Stadt Wien für die Stadtstraße ausgeben will, 300km sichere Radwege errichtet werden könnten!

Güterverkehr auf Schiene bringen!

Ein wesentlicher Grund, weshalb die Lobau-Autobahn überhaupt gebaut werden soll, ist der Schwerverkehr. Zehntausende LKWs sollen auf einer internationalen Transitroute von Italien nach Polen mitten durch die Lobau geleitet werden!

Dabei sollte der Schwertransport schon lange klimaverträglich auf der Schiene abgewickelt werden. Dafür muss die Bundesregierung endlich Geld in leistungsfähige Schieneninfrastruktur stecken, anstatt Bahnstrecken einzustellen und Autobahnen auszubauen.

Verkehrsvermeidung statt -verlagerung!

Politiker*innen tun oft so, als wäre Verkehr unvermeidbar und als würde es lediglich darum gehen, ihn von einer Straße auf eine andere zu verlagern. Dabei wird Verkehr häufig sogar künstlich produziert! Wenn Menschen ihre Grundbedürfnisse in Wohnungsnähe nicht erfüllen können (weil Arbeitsplätze, Einkaufsmöglichkeiten, Erholungsgebiete etc. zu weit weg sind), sind sie gezwungen, sich dafür an einen anderen Ort zu bewegen. Wenn es vor allem Autostraßen und keine attraktiven Öffi- oder Radverbindungen gibt, sind sie gezwungen, mit dem Auto zu fahren. Daher braucht es kürzere Distanzen!

Neue Siedlungsgebiete werden häufig so geplant, dass man sich nur mit dem Auto darin möglichst gut fortbewegen kann. Aber genau dadurch werden Menschen vom Auto abhängig gemacht! Wir brauchen eine Verkehrswende und menschengerechte Städte! Es müssen lokale Einkaufs- und Erholgungsmöglichkeiten gefördert, echte Verkehrsberuhigung vorangetrieben, die Lebensqualität erhöht und der Zersiedelung entgegengewirkt werden!