Weltweiter Klimastreik am Freitag: Auch in Wien tausende Teilnehmer*innen erwartet

Nach den Koalitionsverhandlungen und im Vorfeld zum internationalen Klimagipfel in Madrid ruft die Fridays for Future Bewegung in Wien zum Großstreik vor der OMV-Zentrale auf

In Wien geht es kommenden Freitag, 29. 11., um 12 Uhr los. Demonstriert wird wieder österreichweit in allen Landeshauptstädten und insgesamt 35 Orten.

Die Fridays For Future Bewegung kritisiert die österreichische Klimapolitik scharf: "Anfang November wurde ein Entwurf für den nationalen Energie- und Klimaplan (NEKP) vorgestellt, der sich nicht im Entferntesten an die Pariser Klimaziele hält. Wir fordern, dass die Politik ihre Hausaufgaben macht und die Emissionen so rasch wie möglich auf Netto-Null senkt. Solange das nicht passiert, werden wir weiter streiken", so der Schüler Lorenz Unterberger (17).

Am Freitag ruft die Jugend deswegen wieder Menschen allen Alters zum Streik auf. Um 12.00 Uhr versammeln sich die Aktivistinnen bei der OMV-Zentrale neben der U2-Station Krieau, um über die Ausstellungsstraße zur Wirtschaftskammer Wien (WKW) am Praterstern und weiter zum Ministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) zu ziehen. Die Abschlusskundgebung ist dort für 14:00 geplant. „Wir können die Trägheit der Politik nicht auf uns sitzen lassen. Wir müssen jetzt alle aufstehen und handeln, damit die Regierungen das Gleiche tun“, so Unterberger abschließend.

Raus aus Fossilien, rein in die Zukunft
Am „Black Friday“ wird unter dem Motto „Raus aus Fossilen, rein in die Zukunft!“ vor allem der notwendige Ausstieg aus Öl, Kohle und Gas thematisiert. 13,4 Millionen Tonnen Erdöl und 8,7 Milliarden Kubikmeter Erdgas-Verbrauch pro Jahr in Österreich tragen direkt zur Erhitzung des Weltklimas bei, kritisierten die Aktivist
innen. Schuld an dieser Entwicklung seien Großkonzerne wie die OMV, „die sich an veraltete Geschäftsmodelle klammern würden und eine Politik, die umweltschädliche Handlungen mit bis zu 4,7 Milliarden Euro pro Jahr fördert“.

„Die OMV gehört zu den 100 Unternehmen, die global für 70 Prozent unserer Treibhausgasemissionen verantwortlich sind. OMV-Chef Rainer Seele wirbt mit Nachhaltigkeit, hat aber bisher keinen Plan für den Ausstieg aus Öl und Gas vorgelegt. Es braucht jetzt ein Konzept für geförderte Umschulungen, damit die Mitarbeiter*innen des Unternehmens nicht die Leidtragenden sind, wenn wir uns von den fossilen Energien verabschieden“, so die Schülerin Amina Guggenbichler (18).

24-Stunden-Mahnwache und Lesung des IPCC-Reports in Wien

Im Vorfeld gibt es von Donnerstag auf Freitag eine 24-Stunden-Mahnwache vor dem Bundeskanzleramt. Students For Future werden 24 Stunden den IPCC-Bericht vorlesen, die Grundlage des 1,5-Ziels, und so darauf hinweisen, dass die österreichische Klimapolitik seit Jahrzehnten wissenenschaftliche Fakten und Handlungsaufträge schlichtweg ignoriert.

Schulbezogene Veranstaltung in Wien
In Wien und Vorarlberg gilt der Streik wieder als schulbezogenene Veranstaltung. In den übrigen Bundesländern ist die Teilnahme-Erlaubnis den jeweiligen Schulen überlassen. Viele junge Menschen bestreiken auch ohne Erlaubnis wöchentlich Schulen und Unis, um ein starkes Zeichen für die Einhaltung der Pariser Klimaziele zu setzen, weil sie sich von der Politik im Stich gelassen fühlen. Bei der jüngsten österreichweiten Großdemo am 27. September hatten den Veranstaltern zufolge rund 150.000 Personen teilgenommen.

Weitere Infos: www.fridaysforfuture.at

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