Fridays For Future teilt an den Kanzler aus: IPCC-Bericht lesen statt Klima-Leugner-Buch. Klimaschutzgesetz oder Rücktritt!

Wien. Klimaaktivistinnen von Fridays For Future protestierten heute Früh vor dem Bundeskanzleramt und verteilten QR Codes zum neuen IPCC-Bericht. Anlass ist die heutige Veröffentlichung des letzten Teiles des Weltklimaberichts und die Rede des Kanzlers. “Nehammers Rede ist keine Zukunftsvision. Sie ist ein Schreckensszenario, eine Kampfansage an unsere Zukunft.” so der Klimaaktivist Michael Spiekermann von Fridays For Future. Die Aktivistinnen richten sich mit Ihrer Forderung an den Kanzler und machen mit dem Verteilen des IPCC-Berichts klar: “Hören Sie auf die Wissenschaft und machen Sie endlich Ihren Job! Ihre Regierung muss ein Klimaschutzgesetz verabschieden, ansonsten ist Ihr Rücktritt die vernünftigste Wahl.” 

“Der IPCC-Report ist das gebündelte Wissen aus jahrzehntelanger Forschung zur Klimakrise. Seit 1988 läutet die Wissenschaft die Alarmglocken und möchte damit Politikerinnen wie Kanzler Nehammer wachrütteln, die die Klimakrise nicht im Ansatz verstanden haben und damit unsere Zivilisation an die Wand fahren zu drohen”, so die Klimaaktivistin Klara König. Erst kürzlich war Fridays For Future mit 30.000 Menschen auf der Straße und forderte Nehammer in einem offenen Brief auf, das Klimaschutzgesetz zu verabschieden. Heute stehen die Aktivistinnen mit einer klaren Botschaft vor dem Bundeskanzleramt: “Karl Nehammer soll den IPCC-Bericht lesen und ein Klimaschutzgesetz verabschieden, ansonsten muss er raus aus der Regierung. Wer sich dem Pariser Abkommen verpflichtet und dann notwendige Maßnahmen wie das Klimaschutzgesetz und ein Erneuerbaren Wärme Gesetz verhindert, begeht Arbeitsverweigerung. Politiker*innen wie ihn können wir uns im Jahr 2023 nicht mehr leisten.“ betont König.

In Kritik der Klimaaktivist*innen steht vor allem die „Rede zur Zukunft der Nation“ des Kanzlers, auf die Fridays For Future auch direkt mit einer spontanen Aktion vor dem Gebäude reagiert hat. Bundeskanzler Karl Nehammer spielte in seiner „Rede zur Zukunft der Nation“ die Folgen der Klimakrise als “Untergangsirrsinn” herunter und zitierte ein Buch eines Klimawandel-Leugners. „Das war eine Wahlkampfrede und inhaltslose Innovationsrhetorik“, sagt Michael Spiekermann von Fridays For Future. „Nehammers Heuchelei ist fatal. Sie lässt zu, dass Klimakatastrophen eskalieren und täglich Existenzen zerstören werden. Im Sommer in Pakistan, im Herbst im Kongo, im Winter in Malawi und im Frühling wird die Lage in Somalia noch schlimmer als zuvor. In Niederösterreich brennt schon im März der erste Wald. In Kärnten bringt die Feuerwehr Wasser zu vertrockneten Bergbauernhöfen. Die Klimakrise ist da. Wie ignorant kann Nehammer sein? Aus dem 35. Stock des Elfenbeinturms heraus behauptete der Kanzler, die Klimakrise sei halb so schlimm, von Bangladesch bis Österreich müssten wir Menschen uns einfach nur “anpassen” und der Verbrenner soll auch nach 2035 weiterhin verkauft werden. Wir fordern: Klimaschutzgesetz jetzt oder Klimaschutz-Blockierer raus aus der Regierung!“

Mit Blick auf die “Wahlkampfrede” des Kanzlers und auf Niederösterreich warnen die Aktivist*innen: “Wenn die Volkspartei mit einem Neonazi und einem Tross von Putin-Freunden eine Regierung bildet, ist das aus historischen, gegenwarts und zukunfts-bewahrenden Gründen untragbar.” sagt Fridays For Future - Aktivistin Klara König. “Die ÖVP geht Kompromisse mit einer Partei ein, die die menschengemachte Klimakrise leugnet, wissenschaftsfeindlich ist und sich in der Öffentlichkeit anitsemitisch äußert. Diese Koalition ist ein klima-, demokratie- und sozialpolitischer Supergau. Wir müssen uns dem in den Weg stellen und rufen zur Demonstration am Mittwoch, 22. März, am St. Pöltner Rathausplatz auf.”

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Klara König