Proteste für Hitze- und Klimaschutz von Vorarlberg bis Kärnten und Wien

Foto: Janosch Amann: Fridays For Future

Für Freitag kündigt Fridays For Future Klimastreiks in sieben Städten quer durch Österreich an. Unterstützt wird die Forderung nach wirkungsvollen verbindlichen Klimaschutzmaßnahmen und Entlastungen für die Bevölkerung von einem breiten Bündnis aus Landwirtschaft, Gesundheit, Pflege und Umweltschutz. ‘Ohne Klimaschutz ist alles nix!’, so das Motto. Mit den Protesten wollen sie zeigen: Hitzeschutz ist Menschenschutz, die Regierung versagt in ihrem Auftrag, Menschen vor den Auswirkungen immer extremerer Sommer zu schützen.

Wien, 13.10.2026 - Der vergangene Sommer war geprägt von Hitze-Rekorden. Quer durch alle Lebensbereiche wurden die Grenzen der Hitzeverträglichkeit überschritten, mit in Folge fast 1.000 Hitzetoten und 1 Milliarde Euro landwirtschaftlicher Schäden. Neue Studien machen deutlich, ohne die Erderhitzung wäre es in diesem Sommer nicht soweit gekommen. Daher kündigen Vertretende aus Gesundheit, Landwirtschaft und Wirtschaft gemeinsam mit Fridays For Future bei einer Pressekonferenz am Dienstag morgen notwendige Maßnahmen an. ‘Machen Sie Klimaschutz zur Chefsache und setzen Sie endlich wirkungsvollen Klimaschutz in der Regierung um! Das schulden Sie uns nach diesem Sommer.’, appelliert das Bündnis an Bundeskanzler Stocker.

Zu Gesundheit Erich Fenninger, Volkshilfe:
“Die Klimakrise trifft armutsbetroffene Mensche am härtesten. Darum braucht es konkrete Schutzmaßnahmen unseres Bundeskanzlers. Wir fordern, einen effektiven Hitzschutzplan, öffentliche kühle Orte, mehr Investitionen in die öffentliche Sanierung und eine flächenübergreifende Entsiegelung. Ein sozial und klimagerechtes Österreich ist möglich!”

Zur Wirtschaft Sigrid Stagl, Ökonomin WU Wien:
“Diesen Sommer hatten wir in Österreich einen Rekord an Hitzetoten. Energiewende, Wärmewende, klimafitte Städte, eine Landwirtschaft, die mit Dürre umgehen kann, ein Gesundheitssystem, das mit Hitze umgehen kann: All das braucht Menschen, die es können. Ingenieurinnen, Ärzt:innen, Lehrer:innen, Klimaforscher:innen, Raumplaner:innen. Und ja, auch Ökonom:innen, die durchrechnen, was es kostet, nicht zu handeln. Klimapoitik lässt isch ändern. Nicht-Handeln ist die teuerste Option.”

Die Proteste stehen unter der Forderung nach wirkungsvollen Maßnahmen für langfristigen Klimaschutz und Soforthilfe zur Entlastung von Menschen:

1. Klimaneutralität bis 2040 verbindlich im Klimagesetz verankern und Klimafahrplan ambitioniert gestalten — mit Sanktionsmechanismen bei Verfehlung: für unsere wirtschaftliche Stabilität und Planbarkeit!
2. Stop aller fossilen Großprojekte wie Lobautunnel, Ausbau der A9 in Graz und A26 in Linz: für unsere lebenswerte Zukunft!
3. Kleinbetriebe stärken, finanzielle Hilfe für Dürrehärtefälle anstatt dem Gießkannenprinzip und starke Verankerung von Klimaschutz in der Agrarpolitik: für unsere Landwirtschaft! (1)
4. Wärmedämmung für alle Wohnungen, sowie Kühlung in Krankenhaus und Pflege: für unsere Gesundheit!
5. Jalousien, Begrünung und aktive Kühlung: für unsere Schulen und Hörsäle!
6. Bezahltes Hitzefrei ab 30 Grad Celsius drinnen: für unsere Beschäftigten! (2)

Zur Landwirtschaft  Ludwig Rumetshofer, Vorstandsmitglied der ÖBV-Via Campesina:
„Wer Ernährungssouveränität und eine vielfältige Landwirtschaft will, muss jetzt konsequenten Klimaschutz betreiben. Vor allem kleine und mittlere Betriebe leisten bereits viel für Klima und Umwelt. Es braucht politische Rahmenbedingungen, die diese agrarökologische Landwirtschaft stärken und die Existenz bäuerlicher Betriebe sichern.“

Veronika Müller, Sprecherin Fridays For Future:
"Nach diesem Sommer muss Bundeskanzler Stocker und seine Regierung mit Antworten nachlegen, die unser aller Leben konkret besser machen! Dafür gehen wir am Freitag überall in Österreich auf die Straße. Denn die Hitze eskalieren zu lassen ist eine politische Entscheidung. Kurzfristige Entlastung muss Hand in Hand gehen mit langfristig stabilem Klimaschutz! ”

Überblick über den Beginn der Klimastreiks in den Bundesländern:
Wien 14:30 Prater Hauptallee, Praterstern
Klagenfurt 14:00 Neuer Platz
Graz 16:30 Europaplatz
Linz 16:00 Pfarrplatz
Salzburg 16:00 Hauptbahnhof
Innsbruck 15:00 Marktplatz
Bregenz 16:00 Kornmarktplatz

Die Proteste am Freitag werden unterstützt von einem breiten Bündnis aus Gesundheit und Pflege, Landwirtschaft und Wirtschaft, sowie Organisationen für soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz. Darunter:
Young Caritas, Volkshilfe, die Unabhängigen GewerkschafterInnen, Via Campesina, Global2000, WWF

(1) https://www.viacampesina.at/duerrepaket-nicht-treffsicher/
(2) https://www.arbeiterkammer.at/arbeitsrechtklimafit