Mahnwache vor dem Parlament: Hitze tötet, Klimapolitik schützt

Foto: Fridays For Future: Josef Fuchs

05. August, Wien - Am Dienstag Abend versammelten sich zum Höhepunkt der Hitzewelle 700 Menschen beim Parlament, um Kritik an fehlendem Hitze- und Klimaschutz der Regierung zu üben. Sie waren dem kurzfristigen Aufruf von Fridays For Future gefolgt, den Opfern dieser Hitze zu gedenken. Die Stille der Bundesregierung allen voran Kanzler Stocker und Klimaminister Totschnig sei ohrenbetäubend, die Politik versäume für die Menschen da zu sein, darum wollen die Protestierenden dies nun tun. Lichtprojektionen veranschaulichten ihre Forderungen und die Notlage, in der Österreich und Europa sich aktuell befinde.

“Die Meldungen zu Hitzeopfern überschlagen sich, Landwirtschaften sind über ihrem Limit, Bränden brechen auch in Österreich aus, erstmals werden 41 Grad in Österreich gemessen. Wir befinden uns in einer Notlage. Nichts davon ist normal. Nichts davon müsste so sein. Doch die politische Antwort bleibt aus.”, klagt Veronika Müller von Fridays For Future.

In den vergangenen Tagen hatte sich Stocker mit keinem Wort zu umfassenden Schutzmaßnahmen geäußert. Stattdessen fiel er damit auf, den Abbau von Klimaschutz auf europäischer Ebene zu begrüßen. Auch von Klimaminister Totschnig blieb die klare Benennung der Notlage, verstärkt durch die Klimakrise gänzlich aus. Das Schweigen sei ein Hohn an der Bevölkerung und Unterlassene Hilfeleistung, so die Aktivist*innen.

Fridays For Future fordert daher konkret:

  • Legen Sie jetzt ein umfassendes und wirksames Klimagesetz vor

  • Treiben Sie die Gebäudesanierung schleunigst voran, um Menschen vor Überhitzten Wohnungen zu schützen (wie in einem Paket im Regierungsprogramm beschlossen)

  • Setzen Sie sich für einen starken europäischen Klimaschutz ein (in Form einer Beibehaltung des aktuellen ETS1 und mit Maßnahmen darüber hinaus) 

  • Statten Sie Hitzeschutzmaßnahmen mit den nötigen Ressourcen aus

“Wie viele Menschen müssen noch an der Hitze sterben, bevor gehandelt wird?”, fragt Emma Reynolds, Fridays For Future. “Wer weiter bremst, trägt Verantwortung. Denn Klimapolitik kann Leben schützen. Und genau deswegen braucht es jetzt sofort Maßnahmen!”

Bei der Kundgebung kamen besonders von der Hitze betroffene Bevölkerungsgruppen zu Wort, darunter ein Pensionist, eine Person mit chronischer Erkrankung, ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr und junge Menschen aus von den Bränden betroffenen Regionen in Italien. Viele der stark Betroffenen könnten unter der aktuellen Hitze gar nicht kommen vermerkten die Veranstaltenden, andere hätten ihr Leben durch die Hitze gelassen. Ihnen wurde in einer Schweigeminute gedacht.