Build For Future


Wir sind Build For Future!

Build For Future zeigt auf, welchen Beitrag bedachter Umgang mit unserem Lebensraum für das Klima leisten kann und verstärkt leisten muss. Der Planungs- und Bausektor ist eine Schlüsseldisziplin im sozial gerechten, nachhaltigen Klimaschutz und in der Anpassung an die Klimakrise. Deswegen fordern wir eine Planungs-/Baukultur und -politik, welche die Erreichung des 1,5 °C-Ziels des Pariser Klimaschutzabkommens sichert.

Als offizielle Fridays For Future Allianz agieren wir als Expert*innen für den klimasensiblen Umgang mit der gebauten Umwelt. Uns beschäftigen Themenfelder wie Grünraum, Verkehrswende, Smart City, biodiverser Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen, Nachhaltigkeit im Bausektor etc..

Derzeit beschäftigen wir uns mit:

  • Der Aktivierung und Vernetzung des Planungs- und Bausektors im Kampf gegen die Klimakrise

  • Einflussnahme auf diverse Policy-Prozesse (Raumplanungsgesetze, Bauordnungen, Förderprogramme, etc.)

  • Klimasensibler Lehre und Forschung

  • Der Organisation von Protestaktionen


Hast du Lust Mitzumachen?


Statement zur “Ostumfahrung” Wiener Neustadt und anderen Straßenbauprojekten

Es ist absurd: 

Das heißt: Motorisierter Individualverkehr ist weder platzsparend, noch sozial gerecht, noch gesundheitsfördernd und schon gar nicht klimagerecht.

Trotzdem werden in Österreich weiterhin riesige Straßenprojekte vorangetrieben. Nicht nur in Wien (Lobauautobahn), sondern auch zum Beispiel in Wiener Neustadt. 

Gemeinsam mit FFF Wr. Neustadt, WWF, dem VCÖ und der Plattform Vernunft statt Ostumfahrung haben wir einen offenen Brief an die Bundesregierung (Kanzler Kurz, Ministerin Gewessler und Ministerin Köstinger) sowie an Landeshauptfrau Mikl-Leitner offenen Brief geschrieben.

Die Kernforderungen ist:

Stopp der unzeitgemäßen Straßenbauprojekte und Neubewertung vor dem Hintergrund der neuen Klimaziele unter Einbeziehung der öffentlichen Interessen Naturschutz, Gesundheit und Ernährungssicherheit! 

Unter diesen Hyperlinks findest du den offenen Brief und die gemeinsame Presseaussendung!


Die Aufbau- und Resilienzfazilität der EU: ein Statement von Build for Future

Seit Monaten wird über den Wiederaufbaufonds der EU verhandelt. Durch die Aufbau- und Resilienzfazilität (ARF bzw. RRF) der EU werden Österreich rund 3,5 Mrd. Euro zur Verfügung gestellt. Am 14. April hat Österreich seinen Plan in Brüssel eingereicht.

Zur Erstellung des Planes war seitens der EU-Kommission ein öffentlicher Diskurs vorgeschrieben, der in Österreich nicht stattgefunden hat. Die Projekte, die mit den Mitteln unterstützt werden sollen, wurden hinter geschlossenen Türen ausgewählt, während in anderen Mitgliedstaaten online Bürger*innendialoge stattfanden oder Beteiligungsverfahren mit NGOs erprobt wurden.

Mittlerweile ist in etwa bekannt in welche Themenbereiche ca. 2,56 Mrd. Euro fließen werden (z.B. Digitalisierung der Schulen, emissionsfreie Busse, Wasserstoffforschung) (vgl. Der Standard), was mit der restlichen Mrd. geschieht jedoch nicht.

Hierzulande schafft Finanzminister Gernot Blümel mit seiner Aussage zur Verwendung der Mittel nicht unbedingt Klarheit: Der überwiegende Teil der Mittel aus dem RRF werde in neue, noch nicht budgetierte Maßnahmen fließen, ein Teil seien aber auch bereits geplante Maßnahmen. Dass die Mittel im Sinne des Europäischen ‚Green New Deals‘ sowohl investiert als auch reformiert werden (vgl. Kogler, ORF), ist eine ähnlich vage Aussage

Wir fordern Transparenz! Besonders in Bezug auf die Mittelverwendung, deren räumlichen Auswirkungen unmittelbar mit der Einhaltung des 1,5°C Ziels von Paris zusammenhängen:

  • Wie wird sichergestellt, dass das Programm in Einklang mit den Pariser Klimazielen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen steht?

  • Inwiefern trägt das Programm zur Mobilitätswende bei? Welche Schritte werden zur Erreichung einer sozial- und klimagerechten Mobilität für alle gesetzt?

  • Bekommt Österreich auch zusätzliche Mittel für die von der ÖROK verwalteten EFRE-Mittel, die durch ReactEU frei werden? Wie geschieht hier die Verteilung?

  • Inwiefern wurde bei der Erstellung des Programms der Zielwert des Regierungsprogramms zur Reduktion des Bodenverbrauchs auf 9 km² pro Jahr bis 2030 berücksichtigt?


Weihnachtswünsche an die Bürgermeister*innen Österreichs

Zum Abschluss des Jahres haben wir allen 2.095 Bürgermeisterinnen Österreichs Weihnachtsgrüße zukommen lassen und ihnen viel Erfolg im neuen Jahr, vor allem bei der Umsetzung klimaschonender Kommunalpolitik gewunschen. Als kleine Hilfestellung haben wir dabei eine Checkliste fürs Jahr 2021 mit Handlungen vorbereitet, auf die Bürgermeisterinnen Einfluss nehmen können. Bereits Erledigtes werden sie darauf hoffentlich bald abhaken.


Zur geplanten Novelle des Burgenländischen Raumplanungsgesetzes

Am 07.12.2020 haben wir auch eine Stellungnahme zur geplanten Novelle des Burgenländischen Raumplanungsgesetzes veröffentlicht

Innerhalb der Begutachtungsfrist wurden von Expertinnen und Experten zur geplanten
Gesetzesnovelle des Burgenländischen Raumplanungsgesetzes massive Bedenken geäußert. Sowohl aus verfassungsrechtlicher Sicht als auch aus raumplanungsfachlicher Perspektive fällt das Urteil vernichtend aus. Nun soll im Schatten der Corona-Pandemie, bereits gut ein Monat nach Ende derBegutachtungsfrist, die Novelle im Bgld. Landtag beschlossen werden.

Die gesamte Stellungnahme findet ihr hier.


Bodenlose Frechheit - Aftermovie

Aftermovie Flächenprotest 30.09.2020 (Florian Arnolder - Annex Productions)


Bodenlose Frechheit - Protestaktion

Aktion am 30.9. 9:00 Stock-im-Eisen-Platz

Bodenverbrauch und Bodenversiegelung zählen laut dem Umweltbundesamt zu den europaweit größten umweltpolitischen Herausforderungen. 

Der jährliche Bodenverbrauch in der EU entspricht mit rund 1.000 km² etwa der 2,5-fachen Fläche Wiens. In Österreich ist die Flächeninanspruchnahme trotz der knappen Verfügbarkeit  – nur 32.600 von 83.900 km² der Fläche stehen für Wohnen, Verkehr und Landwirtschaft zur Verfügung – enorm. 2019 betrug sie rund 48 km², fast die Hälfte davon wurde versiegelt. 

Der fortschreitende Bodenverbrauch hat negative ökologische, wirtschaftliche und soziale Folgen. 

Die Inanspruchnahme der zumeist landwirtschaftlich genutzten Böden gefährdet die Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln in Österreich, die Abhängigkeit von Lebensmittelimporten steigt von Jahr zu Jahr. 

Die Errichtung und Wartung von Siedlungs- und Verkehrsflächen verursachen Kosten, die zu einem überwiegenden Anteil durch die Gemeindebudgets – aus den Einnahmen von Grund- und Kommunalsteuern – finanziert werden müssen. 

Ein hoher Flächenverbrauch verschlechtert die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger. Bei einer stagnierenden oder sogar abnehmenden Bevölkerungszahl führen große Flächenausweisungen zwangsläufig zu Leerständen im Siedlungsbestand. Die Attraktivität der betroffenen Städte und Gemeinden sinkt dadurch erheblich. Neue Baugebiete an Ortsrändern und eine lockere Siedlungsstruktur erhöhen den täglichen Zeitaufwand für deren Bewohnerinnen und Bewohner – beispielsweise durch längere Wege zum Arbeitsplatz.

Flächenversiegelung führt zu einer Veränderung des Mikroklimas und erhöhtem Hochwasserrisiko. Unversiegelter Boden nimmt Niederschläge auf, die dann langsam verdunsten und zu einer lokalen Abkühlung beitragen. Insbesondere Städte haben häufig einen hohen Versiegelungsgrad, Hitzeinseln und lokale Überschwemmungen sind vorprogrammiert. 

Unversiegelte Böden agieren als natürliche Luft- und Wasserfilter. Zum einen binden sie Staubpartikel und verbessern die Luftqualität, zum anderen filtern sie Schadstoffe aus dem Wasser und sorgen somit für sauberes Grundwasser. 

Versiegelter Boden verliert seine biologische Funktion und gefährdet die biologischer Vielfalt zum Beispiel durch die Zerschneidung und Einschränkung von Lebensräumen oder die verminderte Funktionalität von Ökosystemleistungen.


Unsere Forderungen – Sorgsamer Umgang mit der knappen Ressource Boden

Wir fordern ein gesellschaftliches Umdenken im Umgang mit der knappen Ressource Boden, denn flächenfressender Neu- und Ausbau ist kein geeignetes Vorgehen zur Gestaltung unseres Lebensraums. Im Gegenteil: Flächen mehrfach nutzen oder wiederverwenden, Schrumpfung und Rückbau zulassen – das ist nachhaltige Planung!

Platzsparende Mobilität

Es müssen Maßnahmen gesetzt werden, die umweltfreundliche, emissionsarme und flächensparende Mobilitätsformen fördern und den motorisierten KFZ-Verkehr deutlich eindämmen. Dazu ist ein gut ausgebautes Rad- und Fußwegenetz und flächendeckender öffentlicher Verkehr notwendig. 

Flächensparende Siedlungsentwicklung

Siedlungsentwicklung darf nicht mehr auf der grünen Wiese erfolgen: Die Grundsätze der Raumplanung betreffend Nachverdichtung und Innenentwicklung müssen uneingeschränkt befolgt werden. Förderungen sollen nur mehr für Projekte, die eine minimale Flächeninanspruchnahme aufweisen, vergeben werden. Zudem kann eine Leerstandsabgabe zu einer effizienteren Flächennutzung beitragen. Die Errichtung von Zweitwohnsitzen, das Horten von Bauland und die Spekulation mit Wohnimmobilien muss in Zukunft verhindert werden. 

Qualitatives statt quantitatives Management von Gewerbeflächen

Einkaufs- und Fachmarktzentren am Stadtrand beanspruchen sehr viel Fläche. Baubewilligungen dafür dürfen nur noch bei Nachweis der absoluten Notwendigkeit und wenn keine gut erreichbaren, geeigneten Flächen in Ortskernen verfügbar sind, erteilt werden. Ein verpflichtender Check mit Innenentwicklung und Leerstandsmanagement ist notwendig, um ungenutzte Flächen in zentraler Lage nutzen zu können, anstatt weiter fröhlich auf die grüne Wiese zu bauen. Des Weiteren muss darauf geachtet werden, dass kompakt gebaut wird. Statt enorme Flächen für Parkplätze zu versiegeln, sollte mehrstöckig gebaut werden, sprich es sollen Autos in Tiefgaragen und Büros bzw. Wohnraum in höheren Stockwerken angedacht werden. Zusätzlich soll die Lage- und Entscheidungskompetenz für die Bewilligung von Einkaufs- und Fachmarktzentren aus der kommunalen Kompetenz in  die regionale Ebene verlegt werden. Ändern sich die Anforderungen an gewerblich genutzte versiegelte Flächen, kann Entsiegelung durch diesbezügliche Förderungen erfolgreich umgesetzt werden, wie es in Bayern der Fall ist.

Ökologisch verträglicher Tourismus

Vor allem der alpine Tourismus folgt häufig der Prämisse: größer ist besser. Für das Ökosystem der Alpen, dass mit zunehmender Höhe immer empfindlicher wird, hat das fatale Folgen. Skigebietserweiterungen, exzessive künstliche Beschneiung und die Anreise mit dem eigenen PKW werden nach wie vor gefördert. Es braucht dringend ein österreichweites Vorgehen und ein verbindliches Planwerk zur umweltverträglichen Bewertung, Bestands- und Zukunftsentwicklung sowie Mobilitätsplanung im Tourismus. 

Flächenverbrauch bei der Verteilung von internationalen Mitteln in den Fokus stellen

Österreich muss sich auch auf EU-Ebene für eine sozial-ökologische Gestaltung der Europäischen Kohäsionspolitik einsetzen. Die Gelder aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) gilt es in Österreich entsprechend den oben genannten Prinzipien und dem Pariser Klimaabkommen entsprechend umzusetzen. 

Kontinuierliches überdenken der Planungsinstrumente 

Die Instrumenten der Raumplanung können im Bereich des Flächensparen bereits sehr viel bewirken. Um die Wirkmacht in Zukunft noch deutlich erhöhen zu können, braucht es ein "climate proofing" des Instrumentariums, das qualitativ und quantitativ bewertet, welcher Steuerungsansatz wie wirksam war und mit welchen Änderungen zukünftig zusätzliche Wirkmacht entfaltet werden kann. 

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