07. April: Country-Overshoot-Day

Aufgebraucht. Bodenrohstoffe, Waldfläche, nährstoffreiche Erde – aufgebraucht. Mit 07. April diesen Jahres haben wir Österreicher:innen alle Ressourcen aufgebraucht, die uns für ein Jahr zur Verfügung stehen. Anfang April, das spricht für sich. Mit unserem Verbrauch sind wir weltweit auf einem der ersten Plätze…

Auch Welterschöpfungstag genannt, markiert dieses Datum den Tag, an dem die Biokapazität, die die Erde in einem Jahr bereithält, verbraucht ist. Also die Erschöpfung dessen, was die Erde in einem Jahr regenerieren kann. Von dem Tag an wird aus Reserven gelebt, wir haben alles was uns zusteht aufgebraucht und bedienen uns am Vorratsschrank anderer. Wir verwenden die Ressourcen anderer Nationen und leben damit auf Kosten anderer; auf Kosten der Natur, folgender Generationen und anderer Bevölkerungen.

3,7 Erden

Bildlich beschrieben sieht der Welterschöpfungstag wie folgt aus:
Wenn alle Menschen so leben würden, wie wir Österreicherinnen und Österreicher es derzeit tun, bräuchten wir als Menschheit eigentlich 3,7 Erden!

Lässt sich das durch andere Flecken der Erde nicht ausgleichen?

Leider nein. Wir können uns nicht darauf verlassen, dass sich der Verbrauch zwischen den Staaten ausgleicht. Denn vergleichen wir Österreich mit dem weltweiten Ressourcenverbrauch auf der Erde, so stellen wir fest, dass wir als gesamte Menschheit 1,6 Erden pro Jahr aufbrauchen. Denn der weltweite Earth Overshoot-Day war im Jahr 2020 am 22. August. Doch wir haben nur eine Erde!

Un- bzw. Klima-Gerechtigkeit

Um unseren Lebensstandard zu erhalten beuten wir zukünftige Generationen aus und zweigen uns Ressourcen von anderen Staaten ab. Alle bis auf uns werden darunter leiden.

“Unser Lebensstil geht auf Kosten der Umwelt. Schon heute leiden Millionen Menschen unter diesem Ungleichgewicht. Die Menschen, die ohnehin mit Armut und sozialen Unruhen zu kämpfen haben, verlieren nun aufgrund von Hunger-, Dürre- oder Überschwemmungskatastrophen gänzlich ihre Lebensgrundlage.”, sagt Paula Schickh, FFF-Aktivistin aus Kufstein.

Wie kann es weiter gehen?

In den letzten Jahren hat sich auf individueller Ebene einiges getan. Viele Menschen hinterfragen ihr tägliches Handeln und achten auf ihren Ressourcenverbrauch. Dies ist enorm wichtig und zeigt den Entscheidungsträger:innen, dass sich unsere Gesellschaft eine nachhaltige Veränderung wünscht. Die Politik nimmt gerne eine passive Stellung ein, was verheerend für unser Klima sein wird. Jetzt zählt es, die Politiker:innen zu motivieren, eine aktive Rolle zu ergreifen und Österreich auf einen klimagerechten Kurs zu lenken. “Solange der öffentliche Verkehr weniger attraktiv ist als die Fahrt mit dem Auto, wenn Massentierhaltung lukrativer ist als Gemüseanbau, dann wird unser System einfach weiterlaufen wie zuvor. Wir müssen an den großen politischen Stellschrauben drehen, um die Klimakrise aufzuhalten. So wie Mund-Nasenmasken für unsere Gesellschaft zum neuen ‘normal’ geworden sind, so muss auch Klimagerechtigkeit zur Norm werden”, sagt Sofia Scherer, FFF-Aktivistin aus Innsbruck.

#MoveTheDate

Um den Welterschöpfungstag nach hinten zu verlegen, braucht es die deutliche Verminderung unseres CO2 Ausstoßes. Lösungsvorschläge findest du hier. Es betrifft alle Ebenen, unteranderem den Bereich der Mobilität, der Ernährung, der Städteplanung und der Energieversorgung.
Lösungen: https://www.overshootday.org/solutions/

Berechnung des Datums

Der “Earth-Overshoot-Day” wird als das Verhältnis der ökologischen Ressourcen, die die Erde in einem Jahr erzeugen kann, mit der Nachfrage von uns Menschen, multipliziert mit 365, der Anzahl der Tage, berechnet. Für den “Country-Overshoot-Day” wird angenommen, alle Bewohner:innen der Erde würden so leben wie die Bevölkerung des jeweiligen Landes. Auf die Größe oder Bevölkerungsdichte des jeweiligen Landes wird nicht Bezug genommen.